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Geographie und natürliche Ressourcen

  • 71740 qkm - vergleichbare Größe wie Bayern 
  • 4 Provinzen; Städte: Hauptstadt Freetown 1,5 Mio. Einwohner, Bo 200.000 E., Kenema 200.000 E., Makeni 100.000 E.
  • Nachbarstaaten: Guinea und Liberia; 400 km Atlantikküste 
  • Klima: tropisch feucht (Regenzeit Mai bis September; Dezember und Januar Harmattan (Sahara-Wind)) 

Bevölkerung

  • 7 Mio. Einwohner (2015); 2,1% Wachstum; 38% der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre alt; Lebenserwartung 51,3 Jahre 
  • Stämme: Temne und Mende (zwei Drittel) 
  • Amtssprache Englisch – daneben Krio und Landesdialekte 
  • Religion: 60 % Muslime, 20 % Christen, 20% traditionelle afrikanische Religionen 

Staats- und Regierungsform, Parlament

  • Präsidialrepublik im Commonwealth; Gesetzgebung auf Basis des britischen Common Law 
  • Direktwahl des Staatsoberhauptes: seit 2018 Julius Maada Bio (SLPP) Präsident, davor  Ernest Bai Koroma (APC) von 2007 bis 2018 Präsident 
  • Parlament mit 124 Mitgliedern –  gewählt alle 5 Jahre; zwei führende demokratische Parteien: All People´s Congress APC (68 Sitze); Sierra Leone People´s Party SLPP (49 Sitze)

Geschichte

  • 1460 gibt der portugiesische Entdecker Pedro de Sintra dem Gebirgszug auf der Sierra Leone Peninsula den Namen Serra Lyoa (Löwenberge)
  • 1808 wird die Halbinsel zur britischen Kronkolonie; 1896 in Folge der Berliner Kongokonferenz wird das Hinterland als britisches Protektorat deklariert
  • Sir Milton Margai, damaliger Premierminister, führt Sierra Leone am 27. April 1961 in die Unabhängigkeit
  • Nach Militärputschen 1967 und 1968 wird 1971 die Republik ausgerufen (Präsidialrepublik)
  • Instabile politische Situation, Korruption und hohe Arbeitslosigkeit führen zu großer Unzufriedenheit – insbesondere - in der Landbevölkerung. Hohe Gewaltbereitschaft ; Rebellenübergriffe aus Liberia – unterstützt durch Charles Taylor, Warlord im liberianischen Bürgerkrieg; Taylor strebt Kontrolle über die Diamantengebiete im Osten Sierra Leones an 
  • 1991 Beginn Bürgerkrieg– äußerste Brutalität gegen Zivilbevölkerung 
  • 50.000 Tote und ca. 2 Mio. Flüchtlinge
  • Weitgehende Zerstörung der Infrastruktur, Verwaltungsstruktur / Institutionen (Schulen, Krankenhäuser, Gerichte …) des Landes, auch Freetown 
  • Ab 1999 Einsatz der Vereinten Nationen und Großbritanniens zur Befriedung der Situation
  • Friedensschluss 2002 - dann Entwicklung stabiler politischer Strukturen durch die UN 
  • Wesentliche multilaterale Geberorganisationen: Weltbank, Afrik. Entwicklungsbank, EU, UNICEF 
  • Ebola Ausbruch 2014 - 2016 
     

Wirtschaft

  • BIP 2018: 4,1 Mrd. $, ca. 3,5 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr
  • Pro Kopf Einkommen 2013: 785 $; mehr als 50% der Erwerbsfähigen arbeitslos oder unterbeschäftigt
  • 2/3 der Bevölkerung lebt von Landwirtschaft (Subsistenzwirtschaft) 
  • 51% Landwirtschaft, 22% Industrie, 27% Dienstleistung 
  • Importe 2018 ca. 965 Mio. $ (Maschinen; Öl; Ausrüstungen, Nahrung); Export ca. 470 Mio. $ (Kaffee, Kakao, Palmenkerne)
  • GB und USA haben eigene Handelskammern; China ist größter ausländischer Investor
  • Außenpolitisch: Enges Verhältnis zu GB, USA, China 

Infrastruktur, Medien, Universitäten

  • Straßen: 11.555 km, kein öffentliches Schienennetz, Wasserwege schiffbar, 1 intern. Flughafen 
  • Fourah Bay College, Freetown (eine der ältesten Universitäten Westafrikas); University of Makeni; Njala University 
  • 2 TV Sender, 58 Zeitungen, 21 Radiostationen ( 72% der Bevölkerung hört täglich) 
  • Telekom: 18.000 Festnetzanschlüsse, 25.000 Mobiltelefone, Internetanschlüsse 18.000

Soziale Lage

  • Gesundheit: HIV 2 - 5%; 28% der Kinder erleben 5. Geburtstag nicht (UNICEF); 2% der Frauen sterben während Schwangerschaft oder Geburt; Malaria und Gelbfieber; unzureichende Gesundheitsversorgung 
  • Wasser: Wasserzugang über Kanalisation bei weniger als 20 % der Bevölkerung; Wasserzugang ländliche Bevölkerung: 32 %; Wasserzugang städtische Bevölkerung: 83% 
  • Bildung: Analphabetenquote liegt bei ca. 60%; ca. 40% der Schulpflichtigen gehen zur Schule, mehr als 1000 Schulen während des Krieges zerstört 
  • Human Development Index 2011: Position 183 von 187 
  • Hauptprobleme: Armut, Nahrungsmitteldefizit, unzureichende soziale und physische Infrastruktur 

Perspektive für Sierra Leone

Das besonders schöne Land mit seinen fröhlichen – fast immer zuversichtlichen Menschen hat Zeiten der Krise überwunden. Die Lebensfreude in Sierra Leone ist trotz der Armut beeindruckend. Land und Menschen benötigen Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei können wir unterstützen. Denn dank reicher Bodenschätze, einer weitgehend intakten Natur und einer aufstrebenden jungen Bevölkerung sind die Entwicklungsmöglichkeiten und -perspektiven exzellent. 

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